„Erasmus für Jungunternehmer“ – Erfahrungsaustausch zwischen deutschen Startups und erfahrenen Unternehmer*innen im Ausland

Du bist Gründer*in und möchtest Geschäftsbeziehungen knüpfen und neue Märkte kennenlernen? Dann ist das „Erasmus-Programm“ vielleicht genau richtig!
Das europäische Austauschprogramm „Erasmus für Jungunternehmer“ fördert unter anderem mit Stipendien den Aufbau internationaler Geschäftsbeziehungen mit erfahrenen Unternehmer*innen in Europa und ausgewählten Ländern weltweit.

Karina Wardak von der Hochschule Fulda erzählt im Blogbeitrag, wie das Programm aussieht und für wen es infrage kommt.

Karina, das Erasmus Programm fördert junge Startups, die Kontakte und Erfahrungen im Ausland sammeln wollen. Sie können ins Ausland reisen und von erfahreneren Gründern lernen. Was genau wird gefördert?
Das Programm leistet einen Beitrag zur Verbesserung des Know-Hows und des länderübergreifenden Wissenstransfers. Es richtet sich an junge Gründer*innen, die von erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern im Ausland lernen möchten, Erfahrungen austauschen möchten, einen Markteintritt in ein anderes Land planen und sich vernetzen möchten.

Die Gründer*innen erhalten die Möglichkeit, in einem anderen EU-Mitgliedstaat an konkreten geschäftlichen Projekten zu arbeiten. Damit können die Jungunternehmerinnen Fähigkeiten ausbauen, die sie brauchen, um das eigene Unternehmen voranzubringen.

Wichtig ist der Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe: Man arbeitet und lernt in und aus der Praxis, Seite an Seite mit und von erfahrenen Unternehmer*in aus einem anderen Land der Europäischen Union oder sogar darüber hinaus (z.B. Singapur, Israel oder USA).
So können Jungunternehmer*innen im besten Fall Antworten auf Fragen finden, die sie bei der Unternehmensführung haben und werden darauf vorbereitet, ihr eigenes Unternehmen erfolgreich zu leiten.

Das Programm fördert dies finanziell mit Stipendien. Darüber hinaus werden Programmteilnehmer mit einer matchmaking-Datenbank beim Kontaktaufbau unterstützt und erhalten z.B. ein Online Coaching während des Aufenthalts im Ausland.

Wie lange kann der Austausch dauern?
Die Dauer des Austausches beträgt zwischen einem und sechs Monaten innerhalb Europas. Wobei Unterbrechungen innerhalb eines Jahres möglich sind.

Die Förderung beträgt je nach Land bis zu 1.100€ im Monat. Ein Austausch für Jungunternehmer*innen ist aber auch in Singapur, Israel und New York für jeweils maximal drei Monate möglich.

Welche Kriterien sollten die Gründerinnen und Gründer erfüllen?
Die Existenzgründer*innen sollten motiviert sein, mit erfahrenen Unternehmer*innen im Ausland zusammenzuarbeiten, d.h. es muss eine „win-win“ Situation zwischen Gastunternehmer*in und Existenzgründer geben. Sie sollten dauerhaft in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union ansässig sein und bereit sein, die Kosten Ihres Auslandsaufenthalts zu tragen, die über den Zuschuss der EU hinausgehen. Eine Altersbegrenzung gibt es nicht.

Wie kann man sich bewerben?
Die Anmeldung erfolgt über ein Online-Tool. Dort kann man eine lokale Kontaktstelle im Wohnsitzland auswählen, die als weiterer Ansprechpartner dient und auch die Stipendien auszahlt.

Mehr Infos zur Bewerbung gibt es hier: https://erasmus-entrepreneurs.eu/
Die Kontaktstelle in Fulda bietet zusätzlich Checklisten und hilfreiche Informationen zur Bewerbung und Programmteilnahme: http://www.open-eye.net

Hast du ein Beispiel für einen gelungen Austausch?
Die Gründerin Dilek Topkara ist eine Teilnehmerin des Programms. Sie hat sich nach Beendigung ihres Studiums der Lebensmitteltechnologie entschlossen, bei den besten Kuchendesignern Großbritanniens Erfahrungen und Kontakte zu sammeln. Bald erfolgte ein Austausch mit Juliet Sear, die eine Kuchenboutique betreibt. Durch die Teilnahme am Programm „Erasmus für Jungunternehmer“ haben sich weitere Türen geöffnet. Mit der Gründung des Unternehmens „Dilekerei“ hat sie sich ihren Traum erfüllt beide Welten der europäischen und orientalischen Küche in der Produktion von Hochzeitstorten und ihrer Konditorei zusammenzubringen. Erst vor kurzen veröffentlichte Dilek Topkara ihr erstes eigenes Buch.

Über Ihren Austausch sagt Dilek Topkara: „Meine Teilnahme an „Erasmus für Jungunternehmer“ war für mich eine großartige Gelegenheit in Großbritannien zu trainieren. Ich habe das Glück, den Wert des Essens zu kennen, die Gemeinschaft, die Fürsorge und die Ästhetik, welche Essen seit meiner Kindheit verkörpert. Die Dilekerei ist eine hochwertige Konditorei und ein Café, verwurzelt durch meinen türkisch-deutsch-europäischen Hintergrund und den Erfahrungen, die ich in meiner Heimat in Berlin-Schöneberg und in London, und von New York City bis Venedig gemacht habe“.

Mehr über Dilek und das Programm auf Euronews:
https://www.euronews.com/2017/06/16/erasmus-program-for-entrepreneurs

Mehr Infos unter: www.erasmus-entrepreneurs.eu

Für weitere Fragen können Sie sich gerne auch an Frau Karina Wardak wenden.
Kontakt: karina.wardak@verw.hs-fulda.de, Tel. 0661/96407403

Hier geht es zum Beitrag von Dr. Loretta Huszák, die als Gastdozentin das ERASMUS+ Programm nutzte.

1 thought on “„Erasmus für Jungunternehmer“ – Erfahrungsaustausch zwischen deutschen Startups und erfahrenen Unternehmer*innen im Ausland”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.