„Wenn man Sicherheit sucht, wird man unsicherer, während man sicherer wird, wenn man sich unsicheren Situationen aussetzt“

Foto: Paul Schalles

Hendrik Klöters, Gründer im Science Park Kassel, hat keine Angst vor neuen Situationen. Er ist geübt darin, Chancen zu erkennen. Als sich die Air Berlin Insolvenz ankündigte, buchte er spontan einen günstigen Flug für den nächsten Morgen und verbrachte mit seiner Freundin eine Woche in Florenz. „Das ist kein Problem, wenn man gewohnt ist, mit ungewohnten Situationen umzugehen. Wenn man dagegen immer zu 100% sichere All-Inclusive-Reisen bucht, kann man mit unerwarteten Ereignissen weniger entspannt umgehen“, glaubt der Student.

„Ich sammle immer Eindrücke und Möglichkeiten von Projekten, die ich machen will. Irgendwann passt es: Ich habe eine Idee im Hinterkopf, es kommen weitere Elemente hinzu und ich kann alles miteinander kombinieren“, beschreibt der sympathische 25-Jährige den Weg von der Idee zur Umsetzung. Der umtriebige Gründer hat in seinem Evernote-Notizbuch über 50 Geschäftsideen gesammelt, die er sofort umsetzen könnte. Als begeisterter Crossfitsportler ärgerte er sich vor über vier Jahren über die schlechte Qualität von Produkten und gründete kurzerhand AMRAP Fitness, um Equipment online zu vertreiben.

Auch eine zweite Idee hat Hendrik mit seinem Mitgründer Kolja Barghoorn umgesetzt: Als junger Gründer stellte er fest, dass es für den deutschsprachigen Raum keine guten youtube-Inhalte für Menschen gibt, die sich selbständig machen wollen. Die Ausfüllhilfe des „Fragebogens zur steuerlichen Erfassung“ war ihm zu kompliziert. Er begann, selbst Videos zu produzieren, die Schritt für Schritt erklären, wie unternehmerische Herausforderungen gelöst werden können. Es folgten weitere Videos mit Themen wie: „Wie erstelle ich meine erste Facebook-Kampagne“ oder „Wie erzeuge ich eine Website“. Seitdem kommen jeden Mittwoch und Samstag neue Videos dazu. Für alle, die keine Videos anschauen möchten, sondern während der Autofahrt oder beim Spazierengehen Zeit haben, bietet der „Unternehmerkanal“ Podcasts an, die zwischen 30-60 Minuten dauern. Erste Einnahmen erzielen die beiden Gründer über Affiliate Programme und Sponsoringmittel, die die Produktionskosten decken.

Um möglichst produktiv zu arbeiten, erledigt Hendrik vormittags die Meilensteine des Tages. In dieser Zeit dreht er Videos oder nimmt einen neuen Podcast auf. Erst mittags verlässt sein Handy den „Nicht Stören Modus“ und er erledigt Rückrufe oder antwortet auf Mails. Dieser Rhythmus hilft ihm, sich besser zu fokussieren und konzentriert zu arbeiten. Wenn Hendrik mal keine Lust hat zu arbeiten, legt er einen „variablen Tag“ ein. Egal ob Mittwoch oder Sonntag, an diesem Tag wird nur gemacht, wozu er Lust hat: Das kann Sport sein, lange schlafen oder lesen. Hendrik macht es nichts aus, auch am Wochenende zu arbeiten. Er glaubt daran: Das Verfolgen einer eigenen Idee macht nicht nur glücklich, sondern gibt auch extrem viel Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen!

Aufgezeichnet von Gabriele Hennemuth

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