„Raum 230 GbR“ – Geschichten in 45 Sekunden

„Raum 230 GbR“ produziert Animationsfilme mit schlichten, teils poetischen Bildern.

In Raum 230 an der Kunsthochschule sitzen Studierende zusammen, um Projekte zu bearbeiten. Hier haben sich auch Dennis Stein-Schomburg (30) und Martin Schmidt (33) kennengelernt. Die beiden sind Absolventen der Trickfilmklasse und haben gemeinsam ein erfolgreiches Startup aufgezogen. Ihre Filmprojekte laufen inzwischen weltweit auf Festivals wie der Berlinale und wurden vielfach preisgekrönt. Auch mit kommerziellen Clips sind sie erfolgreich.

Die Zeit, in der sie an einem Film arbeiten, beschreibt Dennis als sehr intensiv: „Da schläft man auch schon mal unter dem Schreibtisch.“ Viele ihrer erfolgreichen Filmprojekte wie „Emil“ oder „The Old Man and the Bird“ sind in der Kunsthochschule entstanden. Im Raum 230 saßen die Trickfilmstudierenden zu fünft oder sechst zusammen, haben an ihren Projekten gearbeitet und sich gegenseitig geholfen. „Man merkt sehr schnell, ob man mit dem anderen klarkommt, unter Stress, engen Deadlines oder bei Hitze“, erzählt Dennis. Und so ist in zwei Jahren ein Netzwerk aus verschiedenen Experten entstanden, die sehr genau wissen, welche Kompetenzen jeder einzelne hat und mit wem sie gut zusammenarbeiten.

Ende 2014 stellte Dennis in seiner Abschlussarbeit „Raum_230 – ein Weg zur gemeinsamen Selbständigkeit“, ein Geschäftskonzept für die Gründung eines Studios vor. Für seine Arbeit besuchte er drei von Absolventen gegründete Studios und leitete Erfolgsfaktoren für ein eigenes Startup ab. Martin, der seinen Abschluss bereits ein Jahr zuvor gemacht hatte, war begeistert und beide beschlossen, gemeinsam zu gründen. Derzeit nutzen sie ein Inkubator-Büro in der Gottschalkstrasse. Dort arbeiten aktuell sechs Gründerteams, die ihre Geschäftsideen weiter ausarbeiten und erste Schritte am Markt testen.

Ein Mix aus analogen und computeranimierten Aufnahmen

Heute realisiert die „Raum 230 GbR“ kommerzielle Filmproduktionen, beispielsweise Werbeclips oder Erklärvideos. Was ein Realfilm in fünf Minuten erzählt, packt das Startup in 45 Sekunden. Die Clips funktionieren auf der Kinoleinwand, aber auch auf dem Smartphone oder dem Computer. Bei der Produktion kommen den Gründern ihr Talent zum Geschichtenerzählen und unterschiedliche Techniken zugute, die sie sich im Studium angeeignet haben. So können sie zum Beispiel komplexe Inhalte so reduziert wie möglich darstellen. Das Ergebnis sind Filme mit schlichten, teilweise poetischen Bildern.

Bei ihrer Arbeit profitieren die Trickfilmer von ihren unterschiedlichen Talenten: Dennis arbeitet gerne analog, Martin lieber am Computer. So entstehen Spots mit einem Mix aus analogen und computeranimierten Bildern – diese Kombination bleibt im Kopf. Das Team ist froh, zu wachsen und weitere Talente an Bord zu holen. „Auch einsame Wölfe sollten sich ein starkes Team zur Gründung suchen, um die Fähigkeiten zu vereinen“, rät Martin angehenden Gründerinnen und Gründern.

Filmprojekte in Eigenverantwortung an der Kunsthochschule Kassel zu produzieren war eine gute Schule für die Gründung, davon sind Dennis und Martin überzeugt. Sie mussten sich nicht nur mit der Ideenentwicklung und der Kalkulation beschäftigten, sondern auch Marketingkonzepte erstellen. Außerdem war die Arbeit im Raum 230 eine wichtige Team-Erfahrung. Das Startup ist im Oktober 2016 in ein größeres Büro im Science Park umgezogen. Ihren Namen „Raum_230 GbR“ behalten sie aber.

Hier gehts zur Website von „Raum 230 GbR“.
Hier das „Showreel“, ein kurzer, knackiger Video-Zusammenschnitt der Arbeiten des Teams.

Der Artikel ist bereits in der Publik erschienen.

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