Refugees Day für Deutschen Integrationspreis nominiert – Crowdfunding gestartet

Der Landkreis Kassel wurde für seinen „Refugees Day “ von der Hertie-Stiftung für den Deutschen Integrationspreis nominiert. Aktuell läuft eine Crowdfunding-Kampagne, um Geld für den zweiten Schritt zu sammeln, die unbürokratische Unterstützung von Berufsneulingen.

Biijan Otmischi ist als Integrationsmanager im Landkreis Kassel für den Refugees Day zuständig und betreut die Crowdfunding-Kampagne. Er erzählt, was das Besondere am Refugees Day ist, wieso er so wichtig für Geflüchtete, aber auch Betriebe ist und wieso jetzt eine Crowdfunding-Kampagne gestartet wurde:

Wir haben den Refugees Day vor drei Jahren im Landkreis Kassel erfunden. Das war bundesweit einmalig.
An diesem Tag können nordhessische Betriebe einen Geflüchteten aufnehmen. Für die Betriebe ist dieser Refugees Day sehr unkompliziert und unverbindlich. Viele Unternehmen sind unsicher, weil häufig der Status der Geflüchteten nicht ganz klar ist. Aber diese Menschen sind jetzt hier und wir müssen ihnen helfen. Selbst wenn die Menschen später zurückgehen, haben wir ein Stück Entwicklungshilfe geleistet. Die Zeit ist für die Geflüchteten nicht verschenkt, sie können persönliche Kenntnisse und Kompetenzen erwerben. Das erleichtert die schwierige Situation der Geflüchteten. Die Geflüchteten sind hochmotiviert, für sie ist es eine tolle Chance, den deutschen Arbeitsalltag kennenzulernen.

Der nächste Refugees Day findet am 25. April 2018 in Hofgeismar mit 15 Schülerinnen und Schülern statt. Im November haben wir einen Zukunftstag mit 40 Schülerinnen und Schülern der drei sogenannten InteA Klassen an der Max-Eyth-Schule durchgeführt.

Bevor ich Unternehmer anspreche, spreche ich mit den Geflüchteten, um ihre Fähigkeiten und Erfahrungen abzufragen. Ich erstelle dann Steckbriefe für jeden einzelnen und suche Matching-Partner, also passende Unternehmen.

Das Aufdecken der Fähigkeiten, die diese Menschen haben, das motiviert mich täglich. Es sind hochinteressante Menschen, die da zu uns kommen. Sie sind hochmotiviert, hier etwas zu tun. Es reizt mich, die Fähigkeiten und Berufserfahrungen aufzudecken und den Unternehmen hier im Landkreis anzubieten. Ich bin Vermittler, Brückenbauer. Mein Auftrag ist es, die Menschen in Arbeit zu bringen.

Wir wollen Starthilfe geben. Der Refugees Day ist ein erster Schritt, um Begegnungen zwischen nordhessischen Unternehmen und Geflüchteten zu ermöglichen. Im zweiten Schritt sammeln wir Geld, um den Geflüchteten Starthilfe zu geben, z.B. bei der Busfahrkarte, dem Gabelstaplerführerschein oder berufsbezogenen Sprachkursen.

Der Refugees Day ist ein tolles Instrument. Für den Arbeitgeber gibt er Sicherheit. Viele fürchten, die Geflüchteten illegal zu beschäftigen. Wenn wir als Landkreis aber die rechtliche Sicherheit bieten und einen Praktikumsvertrag mitbringen, dann schaffen wir viel Vertrauen und Zuversicht, dass es gelingen kann. Und es gelingt ja auch. Natürlich muss auch die Chemie stimmen zwischen dem Arbeitgeber und dem Geflüchteten. Es gibt auch Fälle, bei denen es erst sprachliche Barrieren gibt, aber auch so viel Sympathie, dass der Geflüchtete nach dem Refugees Day auch eine Ausbildung machen kann, weil der Bäckermeister ihn mag und ihn unterstützen möchte. Durch persönliche Kontakte blättern sich dann Möglichkeiten auf, die sonst nicht bestehen.

Der Landkreis Kassel wurde für den Refugees Day mit dem Deutschen Integrationspreis der Hertie-Stiftung nominiert. Nun haben wir die Chance, über eine Crowdfunding-Kampagne Geld zu sammeln und wenn wir viele Unterstützer gewinnen können, noch zusätzliche Mittel der Herthie-Stiftung zu bekommen.

Wir bieten Dankeschöns in verschiedenen Kategorien an: In unserer Nähgruppe stellen wir mit Geflüchteten aus Altkleiderspenden kleine Baumwolltaschen her. Es gibt Buttons vom Refugees Day und Gutscheine bei Grischäfer im Renthof oder in Bad Emsthal. Außerdem gibt es Dankeschöns rund um den Tierpark Sababurg und ein internationales Essen mit Geflüchteten in der „Elchlodge“ im Tierpark Sababurg.

Ein weiteres Highlight ist das Konzert des syrischen Pianisten Aeham Ahmad. Ahmad ist vielen bekannt, weil er in den Trümmern Damaskus auf seinem Klavier gespielt hat. Er ist später nach Wiesbaden geflohen und nun als bekannter Künstler in aller Welt unterwegs. Ahmad tritt in der Pommernanlage, unserer größten Gemeinschaftsanlage in Wolfhagen auf und gibt ein Konzert. Für dieses Konzert gibt es Karten und sein handsigniertes Buch als Dankeschön. Alle Dankeschöns findet man unter: https://www.startnext.com/refugees-day

Das Fundingziel liegt bei 10.000 Euro. Damit können wir gut 60 Geflüchteten Starthilfe geben. Am 30. April schaut die Hertie-Stiftung, wieviele Menschen unser Projekt unterstützt haben. Hier ist also die Anzahl der Unterstützer entscheidend. Deshalb hilfst du uns, mit welchem Dankeschön auch immer, sehr! Das beste Projekt erhält noch einmal bis zu 15.000 Euro. Unabhängig davon wählt eine Jury danach unter den erfolgreichen Contest-Projekten die drei Träger des Integrationspreises aus, der insgesamt mit 100.000 Euro dotiert ist.

Auch unabhängig vom Crowdfunding kann man uns unterstützen. Arbeitgeber können sich unter www.refugees-day.de eintragen, wenn sie beim nächsten Refugees Day einen Platz anbieten möchten. Und natürlich kann jeder Einzelne Multiplikator für die Idee sein und uns unterstützen! Wir brauchen Orte an denen sich Geflüchtete und Deutsche begegnen, dann ist viel möglich!

Hier geht es zur Crowdfunding-Kampagne: https://www.startnext.com/refugees-day oder www.unikat-crowdfunding.de

Aufgezeichnet von Gabriele Hennemuth

Hier geht es zum Beitrag: „5 Indizien, an denen du siehst, ob du dein Projekt über Crowdfunding finanzieren kannst“

Hier geht es zum Beitrag von „Svenja Schröder: Seid präsent“

Für Interessierte:
UNIKAT-Crowdfunding unterstützt Projekte aus der Region Kassel.
Für Interessierte findet jeden Freitag von 9-10 findet im Science Park Kassel eine „Offene Crowdfunding Sprechstunde“ statt.
Kontakt: wallbach(at)sciencepark-kassel.de

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