Köpfe: Prof. Dr. Guido Bünstorf: „Unternehmerisch denken und handeln ist ein MUSS in fast allen Berufen“

Sie forschen schon seit vielen Jahren über die Bedeutung von Ausgründungen für die regionale Wirtschaftspolitik. Wieso ist Ihnen das Thema so wichtig?
Weil es – das zeigen unsere Forschungen – wichtig für die regionale Wirtschaftsentwicklung ist. Und weil wir dabei zugleich einiges darüber lernen, was Unternehmen erfolgreich macht.

Sollten alle Studierenden Lehrveranstaltungen im Bereich „Unternehmerisches Denken und Handeln“ besuchen? Oder wem würden Sie die Teilnahme empfehlen?
Im Prinzip ja. Denn unternehmerisch denken und handeln muss man nicht nur als Gründerin oder als Gründer, sondern in fast allen Berufen. Zum Beispiel auch als Hochschullehrer. Es ist eine klassische Schlüsselkompetenz, die wir als Universität den Studierenden vermitteln wollen. Und wenn Studierende in den Lehrveranstaltungen merken, dass sie ihre Ideen am besten im eigenen Unternehmen umsetzen können – um so besser!

Sie sind Leiter des Fachgebiets Wirtschaftspolitik, Innovation und Entrepreneurship. Seit Juli 2016 sind Sie außerdem stellvertretender Geschäftsführender Direktor des INCHER. Das INCHER ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung der Uni Kassel, die sich mit vielfältigen Fragen von Hochschule und Gesellschaft befasst. Was bedeutet diese neue Aufgabe für Sie? Welche Möglichkeiten sehen Sie in dieser neuen Aufgabe?
Das INCHER bietet mir fantastische Anknüpfungspunkte für meine Forschung darüber, wie sich Wissenschaft entwickelt und wie wissenschaftliche Erkenntnisse die wirtschaftliche Entwicklung voranbringen. Ich genieße den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen und die international geprägte forschungsintensive Atmosphäre am INCHER. Und noch etwas: Die meisten Menschen auf der Welt kennen die Uni Kassel (noch) nicht. Und wenn doch, dann hat das oft mit dem INCHER zu tun. Es ist daher schon eine Ehre für mich, hier tätig sein zu dürfen.

Sie sind Gastprofessor an der Universität Göteborg und werden im Sommersemester 2017 ein Forschungssemester in Stanford verbringen? Warum Schweden? Warum Stanford?
Ähnlich wie das INCHER, bietet mir das Institut für Innovation und Entrepreneurship in Göteborg neue Kontakte und Anknüpfungspunkte. Außerdem gibt es in Schweden hervorragende Daten für meine Forschung. Und Stanford – muss man das begründen als Ökonom, der sich für Innovation und Entrepreneurship interessiert? Eine der besten Unis der Welt, mitten im globalen Zentrum der High-Tech-Industrie gelegen…

Können Sie etwas zu Ihren aktuellen und den geplanten Forschungsprojekten sagen?
Derzeit beschäftigt uns vor allem die Frage, wie Promovierte ihr Wissen weiternutzen, wenn sie nach Abschluss ihrer Dissertation in die Privatwirtschaft wechseln. Ich bin überzeugt, dass diese persönliche Mobilität ein wichtiger Kanal des Wissenstransfers aus der Forschung ist. Und wir haben einen spannenden neuen Ansatz entwickelt, mit dem wir das nachweisen wollen.

Sie planen im Wintersemester ein Projektseminar zur Unternehmensgründung „Projektseminar zur Unternehmensgründung: Campus& Co“. Können Sie uns etwas dazu erzählen? Was ist Inhalt der Lehrveranstaltung?
Ich habe ein paar Ideen dafür, wie die Vermarktung von Produkten aus dem Umfeld der Uni Kassel weiter gestärkt werden kann. Im Projektseminar arbeiten wir an diesen Ideen und ergänzen sie mit dem, was die Studierenden selbst an Ideen mitbringen. Ziel ist, dass wir am Ende tragfähige Geschäftsmodelle entwickelt haben. Das Tolle an der Veranstaltung ist für mich, dass ich professionelle Unterstützung durch das FLUDH (Forschungs- und Lehrzentrum für unternehmerisches Denken und Handeln) bekomme. Vielleicht bin am Ende ich derjenige, der in dem Seminar am meisten gelernt hat…

Welchen Rat möchten Sie Studierenden mit auf den Weg geben?
Auch wenn es Ihnen nicht immer so vorkommen mag: Sie werden nie wieder so viele Freiräume und Freiheiten haben wie während des Studiums. Nutzen Sie diese Chance. Schauen Sie links und rechts, probieren Sie sich aus, entdecken Sie Ihre Stärken und Ihre Interessen. Sie werden es nicht bereuen.

Herzlichen Dank!

„Steve Jobs bleibt die Ausnahme“ – Pressemitteilung zu einer Untersuchung über Studienabbrecher vergliechen mit Absolventen
Hier gehts zur Anmeldung für die LV „Projektseminar zur Unternehmensgründung: Campus&Co

 

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