Prof. Dr. Stefan Bringezu: Entwicklungen mit nachhaltigem Zusatznutzen

Prof. Dr. Stefan Bringezu ist seit 2011 Professor für Nachhaltiges Ressourcenmanagement und Direktor am Center for Environmental Systems Research (CESR) der Universität Kassel. Als Mentor betreut er das EXIST-geförderte Team SURAP.

Herr Bringezu, mit welchen Forschungsfragen beschäftigen Sie sich aktuell?
Unser Forschungszentrum befasst sich mit der Analyse von Mensch-Umwelt-Systemen und den Möglichkeiten, diese nachhaltig zu gestalten. In meiner Forschungsgruppe untersuchen wir, wie die biobasierte Ökonomie nachhaltig gestaltet werden kann, ohne Probleme in andere Regionen zu verlagern; wie CO2 als Rohstoff genutzt werden kann und wie der Bausektor seine Ressourceneffizienz steigern kann.

In welchen Bereichen sehen Sie im Rahmen Ihrer Arbeit Ausgründungspotentiale?
Die Arbeitsbereiche, die am nächsten zur praxisorientierten Entwicklung von Bewertungsmethoden liegen, betreffen das Thema ressourceneffizientes und nachhaltiges Bauen. Hierzu haben wir auch ein Innovationsnetzwerk initiiert: https://www.uni-kassel.de/einrichtungen/en/cesr/research-projects/active-projects/inress-bau.html

Welche StartUps aus Ihrem Fachgebiet sind Ihnen bekannt? Gibt es aktuelle Kooperationen mit Ausgründungen?
Wir haben damit bislang erst wenig Erfahrung. Das seit Februar 2021 über das EXIST Programm des BMBF geförderte SURAP Projekt stellt hier die erste Ausgründung meines Fachgebiets dar.

SURAP, das steht für Sustainable Resource Application. Das Gründungsteam SURAP entwickelt eine Software zur Ökobilanzierung für die Baubranche. Bauprojekte sollen über ihren gesamten Lebenszyklus ökologisch bewerten werden. Schon bevor ein Gebäude gebaut wird, ist damit klar, wie viele Ressourcen der Bau verbraucht und wie er das Klima belastet. Sie sind Mentor von SURAP. Wie kam es dazu?
Der Kristallisationspunkt war die Promotionsarbeit von Husam Sameer. Seine Aufgabe bestand darin, Verfahren zur Analyse und Bewertung des Material- und Klimafußabdrucks von Materialien, Gebäudeteilen und ganzen Gebäuden, in eine Ökobilanzierungs-App zu „übersetzen“. Die Idee ist, dass Architekten und Bauingenieure bereits bei der Planung am Bildschirm nicht nur die technischen und ökonomischen Daten sondern auch wesentliche Kennzahlen zur Umweltperformanz verschiedener Planungsvarianten erhalten können. Damit diese App weiterentwickelt und möglichst breite Anwendung erfahren kann, so unsere Überlegung, wäre eine kommerziell orientierte Herangehensweise potenziell vielversprechend.

Welchen Rat möchten Sie gründungsinteressierten Studierenden mit auf den Weg geben?
Etwas zu entwickeln, was in der Praxis wirklich gebraucht wird, möglichst einen Zusatznutzen für eine nachhaltigere Entwicklung bringt.

https://www.uni-kassel.de/einrichtungen/cesr/

Der Betrag ist bereits im Newsletter des Science Park Kassel erschienen.
Die Fragen stellte Jaana Kistner.
Bild: Bringezu

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