German Accelerator – Macht euch so früh wie möglich Gedanken über die globale Expansion

Dr. Edgar-John Vogt ist Company Scout beim German Accelerator. Im Interview gibt er einen Einblick in die Programme und erzählt, welche Teams den größten Mehrwert bei der Teilnahme haben.

1. Was macht der German Accelerator?
Der German Accelerator unterstützt die vielversprechendsten deutschen Startups bei der internationalen Expansion. An den Innovationsstandorten San Francisco, Silicon Valley, New York, Boston und Singapur begleitet unser Team aus erfahrenen Mentoren und Experten die ausgewählten Firmen und ihre Gründer aktiv mit lokalem Know-how, verschiedensten Trainings und Workshops sowie intensiven Coaching- und Beratungsangeboten. Zudem erhalten die Programmteilnehmer neben kostenfreien Büroräumen direkten Zugang zu unserem globalen Netzwerk aus Partnern und Investoren. Unsere Programme werden auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Startups zugeschnitten, um ihnen zu einem erfolgreichen internationalen Markteintritt zu verhelfen. Seit dem Start im Jahr 2012 haben mehr als 230 Startups eines unserer Programme erfolgreich durchlaufen und bisher mehr als US$ 3 Milliarden an Finanzierung erhalten.

Der German Accelerator wird von der German Entrepreneurship GmbH betrieben und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt, das die Förderung von Startups als direkte Investition in Innovation, neue Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum sieht. Die Intensivprogramme des German Accelerator sind kostenfrei, für die Discovery-Angebote von Next Step Asia erheben wir einen Kostenbeitrag von 750 Euro.

2. Welche Programme und Angebote bietet der German Accelerator und für welche Startups sind sie geeignet?
Je nachdem, in welcher Phase sich ein Startup befindet, haben wir verschiedene Programme und Angebote, die speziell auf diese Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Unser JumpStart Programm ist speziell für early-stage Startups und deren Herausforderungen konzipiert. Die Firmen lernen hier in vier Wochen das Ökosystem Silicon Valley kennen und können erste Kontakte vor Ort knüpfen. Mid- und later-stage Startups können sich für unsere Intensivprogramme bewerben, um sich auf den tatsächlichen Markteinstieg in die USA oder Asien vorzubereiten und erfolgreich durchzustarten. An den unterschiedlichen Standorten Silicon Valley, New York und Singapur – als Tor zur südostasiatischen Region – unterstützen wir die Unternehmen aktiv mit lokalem Know-how, verschiedensten Trainings und Workshops sowie intensiven Coaching- und Beratungsangeboten. Unser Team vor Ort und unsere erfahrenen Mentoren und Experten stehen den Startups intensiv zur Seite. Zudem erhalten die Programmteilnehmer neben kostenfreien Büroräumen direkten Zugang zu unserem globalen Netzwerk aus potentiellen Partnern, Kunden und Investoren.
Darüber hinaus haben wir letztes Jahr unser neues “Next Step” Angebot gelauncht. Dieses bietet eine Discovery Tour für 12 Tage in verschiedene asiatische Märkte. Hier wollen wir deutschen Startups und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit bieten, erste Einblicke in den asiatischen Markt zu bekommen, Geschäftsmöglichkeiten zu erkunden und sich direkt vor Ort mit dem lokalen Ökosystem zu vernetzen.

3. Wo liegen die Unterschiede zwischen JumpStart und dem Intensivprogramm in Silicon Valley?
Ziel des Hauptprogramms ist es, die teilnehmenden Startups bei der Go-to-Market Strategie zu unterstützen und ihnen den konkreten Markteintritt in den USA zu erleichtern. Der Fokus liegt hier wirklich auf der intensiven Vorbereitung und der tatsächlichen Umsetzung der Strategie vor Ort. Daher ist dieses Programm auch für mid- und later-stage Startups konzipiert, die bereits ein laufendes Business in Deutschland haben, das dort auch bereits gut etabliert ist. Bei JumpStart geht es darum, early-stage Startups schon sehr früh in das Ökosystem Silicon Valley und seine Best Practices einzuführen. Wir helfen hier, frühzeitig kritische Entscheidungen über Produkt-, Markt- und Geschäftsmodelle zu treffen, die die Wachstumskurse grundlegend verbessern, um in der Zukunft ein erfolgreicher Global Player zu werden.

4. Next Step Asia bietet einen ersten Einblick in südostasiatische Märkte. Wie sind hier die ersten Erfahrungen?
In 2019 haben wir zwei Discovery Touren Hongkong und Tokio mit je einem Aufenthalt in Singapur organisiert. Das Feedback war sehr positiv, besonders gut sind die One-on-One Meetings mit potentiellen Kunden oder Partnern angekommen. Der Zugang zu unserem lokalen Netzwerk ist sehr hilfreich, um deutschen Startups die Möglichkeiten aufzuzeigen. Dieses neue Format unterstützt deutsche Startups in der Entscheidungsfindung in Bezug auf mögliche Expansionspläne und erleichtert den Einstieg in neue Märkte.

5. Welche Teams profitieren am stärksten von den Programmen?
Der Fokus des German Accelerator liegt auf der Internationalisierung. Unsere Mission ist es, deutsche Startups bei der Expansion zu unterstützen und diese – im wahrsten Sinne des Wortes – zu beschleunigen. Das spart nicht nur Zeit für die teilnehmenden Unternehmen, sondern hilft auch dabei, die Risiken der Expansion einzudämmen. Wir haben inzwischen mehr als 230 Startups bei diesem wichtigen Schritt unterstützt. Wichtig dabei ist, dass die teilnehmenden Startups auf unser Wissen und Know-how vertrauen, sich intensiv mit den Themen auseinandersetzen und offen sind für Feedback. Die Märkte sind sehr unterschiedlich, ebenso wir ihre Player. Das bedeutet, dass Firmen weiter an ihrem Produkt, ihrem Business Model, oder ihrer Value Proposition arbeiten, oder diese sogar neu denken müssen, um auch international erfolgreich zu sein – auch wenn sie in ihrer Heimat bereits erfolgreich sind. Je früher junge Unternehmen an eine mögliche Internationalisierung denken, desto leichter ist es später, diese auch umzusetzen. Mit unseren Angeboten JumpStart und Next Step möchten wir unsere Expertise auch an early-stage Startups weitergeben, um sie bestmöglich auf den nächsten Schritt vorzubereiten – unabhängig davon, wann oder wie schnell dieser passieren wird.

6. Beraten Sie die Teams bei der Auswahl der Programme und Standorte? Welches Team sollte welches Programm und welchen Standort wählen?
Das richtige Programm und den richtigen Standort zu wählen, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Zu Beginn hilft es, sich detailliert mit den Möglichkeiten, Consumer Trends und der Business Landschaft in den jeweiligen Märkten auseinanderzusetzen. Damit können Startups meist schon eine erste Entscheidung treffen, ob eher der amerikanische oder der asiatische Markt für sie relevant sein könnte. Für Unternehmen aus dem Bereich Life Sciences empfehlen wir unser Spezial-Programm in Boston. Dieses ist genau auf diese Unternehmensgruppe abgestimmt.
Schwieriger wird es, wenn die Entscheidung auf die USA fällt, denn dann haben Firmen die Qual der Wahl: Ostküste oder Westküste? Hier hilft es, sich genauer darüber Gedanken zu machen, welche Ressourcen beim Markteintritt für eine Firma relevant sind: Wo ist der Großteil der potentiellen Partner oder Kunden? Gibt es schon Wettbewerber und wenn ja, wo haben sie ihr Business aufgebaut?
Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es auf unserem Blog und auch unsere Company Scouts stehen gerne für eine individuelle Beratung zur Verfügung.

7. Wie sieht der Bewerbungsprozess aus? Welche Fristen sollten beachtet werden? Welche Unterlagen müssen eingereicht werden?
Im ersten Schritt ist es wichtig, dass das Startup drei grundlegende Kriterien für eine Teilnahme an unserem Programm erfüllt: Das Unternehmen muss in Deutschland inkorporierte Rechtsformen haben: UG; AG; GmbH; GmbH & Co. KG. Außerdem muss die Finanzierung des Startups unter der De-minimis Grenze von 200.000 € liegen.
Wenn alle diese Kriterien erfüllt sind, ist es leicht, sich zu bewerben. Jedes Unternehmen muss online ein Bewerbungsformular entsprechend der Programmwahl ausfüllen. Nachdem wir grundlegende Unternehmensdaten gesammelt haben, prüft und beurteilt unser Auswahlkomitee alle Bewerbungen. Wer in die engere Auswahl kommt, muss nun ein paar weitere Informationen zu Geschäftsentwicklung, Finanzierungsstatus und Potenzial bereit stellen. In der letzten Runde gibt es einen Pitch der Finalisten vor unserem Auswahlkomitee. Keine Sorge, wenn es nicht beim ersten Versuch klappt, kann man sich jederzeit wieder bewerben. Wir sehen es auch als unsere Aufgabe, Startups davor zu bewahren, den Einstieg in internationale Märkte zum falschen Zeitpunkt anzugehen, um nicht ihr Business in Deutschland zu gefährden.
Startups können sich für die verschiedenen Programme und Angebote jederzeit bewerben, die verschiedenen Deadlines hängen allerdings von den jeweiligen Programmen ab und sind hier auf unserer Website zu finden.

8. Welche Tipps geben Sie Teams, die teilnehmen wollen? Wie sollten die Teams sich vorbereiten?
Unsere Erfahrung zeigt, dass aufgeschlossene, motivierte Unternehmen, die viel lernen wollen, mit so vielen Leuten wie möglich sprechen und offen gegenüber neuen Herausforderungen sind, am Ende das Programm am erfolgreichsten abschließen. Ein weiterer wichtiger Tipp, vor allem um keine Zeit zu verlieren ist, alle logistischen Grundlagen von Deutschland aus erledigen. Zum Beispiel Unterkunft, Bankkonto, Versicherung etc.. Dadurch kann man sich während des Programms voll und ganz auf sein Unternehmen konzentrieren und alles aus der Zeit vor Ort herausholen.
Generell sollten sich alle Teams so früh wie möglich Gedanken über die globale Expansion machen.

9. Wie können interessierte Teams Kontakt zu Ihnen aufnehmen oder sich über das Programm informieren?
Auf unseren Social Media Seiten LinkedIn, Twitter und Facebook sowie auf unserer Webseite und insbesondere auf unserem Blog können Startups weitere Informationen und Wissenswertes über unsere Programme und das Thema Startups, Gründung und Expansion im allgemeinen finden.

Interessierte Teams können uns jederzeit über unsere Website kontaktieren und mit unseren Company Scouts sprechen. In Deutschland haben wir außerdem zwei Büros in Berlin und München.

Die Fragen stellte Gabriele Hennemuth

Die Gründer von smarTransfer waren eins von sechs Teams aus dem Science Park, die am Programm des German Accelerators teilgenommen haben. Hier geht es zum Beitrag: “smarTransfer: René und Philipp entwickeln lieber eigene Produkte als bestehende anzupassen. Entstanden ist der Freelancer-Hub Lyncronize”

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