K&K Stauden: “Fokussiert euch! Konzentriert euch auf die Dinge, die euch momentan weiterhelfen!”

Was bedeutet die Corona-Krise für Kasseler Startups? Wie verändert sich das Arbeiten und wie passen Gründungsteams ihr Geschäftsmodell an? Wir haben beim Team von “K & K Stauden” nachgefragt! Katharina und Konstantin sind mit der Idee gestartet, mittelalterliche Pflanzen und Heilkräuter zu produzieren und zu vertreiben. Mittlerweile betreibt das Team eine Gärtnerei im Kasseler Norden, die neben geläufigen Kräutern, Stauden und Zierpflanzen auch ein großes Angebot an Pflanzen hat, die bereits im Mittelalter verwendet wurden. Zusätzlich bieten die beiden Workshops z.B. zu Themen rund um “Pflanzen und Kochen im Mittelalter” oder dem Anlegen von Kräuterspiralen an.

Welche Herausforderungen müsst ihr durch Corona meistern?
Durch die Corona-Pandemie mussten alle großen Veranstaltungen abgesagt werden. Leider sind davon auch die anstehenden Gartenfestivals und Pflanzenmärkte (unsere Hauptvertriebswege) betroffen. Für uns bedeutet das, dass praktisch der gesamte Umsatz weggebrochen ist. Und dadurch, dass wir im Frühjahr meist 80% unseres Gesamtjahresumsatzes machen, verschärft sich die Situation nochmal zusätzlich.

Habt ihr euer Angebot an die Krise angepasst?
Da wir hauptberuflich selbständig sind und somit unseren Lebensunterhalt mit der Gärtnerei bestreiten, mussten wir schnell andere Absatzweg finden. Als erste Maßnahme haben wir in sehr kurzer Zeit einen Onlineshop aufgebaut (www.kk-stauden.de). Jetzt können unsere Kunden die Pflanzen von zu Hause aus bestellen.

Zusätzlich zum regulären Versand, bieten wir im Stadtgebiet Kassel einen kostenlosen Lieferservice an. Alternativ kann die Bestellung auch vor unserer Gärtnerei (kontaktlos) abgeholt werden. Das wird bis jetzt ganz gut angenommen, kann aber natürlich die Umsatzeinbußen der fehlenden Märkte bei weitem nicht ausgleichen. Aber wir hoffen, dass unser Shop mit der Zeit immer bekannter wird.

Eure Tipps für andere Startups?
Wenn es finanziell eng wird, sollte man sich auf jeden Fall informieren, ob die Soforthilfe für das eigene Unternehmen in Frage kommt. Wenn es gar nicht anders geht, kann ggf. auch ein Kredit weiter helfen. Allerdings sind die Voraussetzungen, die man hierfür erfüllen muss, nicht zu unterschätzen. Auch eine gute Vernetzung kann momentan sehr hilfreich sein. Dadurch können neue Kooperationen oder sogar Vertriebsmöglichkeiten, die man vorher vielleicht nicht so im Blick hatte, entstehen.

Und immer wieder fokussieren: Alles was jetzt nicht die höchste Prioritätsstufe hat, kann erst mal warten. Konzentriert euch nur noch auf Dinge, die euch momentan wirklich helfen. Aber das Wichtigste ist: DURCHHALTEN! und nicht den Kopf in den Sand stecken. Auch wenn man momentan oft an seine Grenzen kommt, noch mehr arbeitet als sonst und noch weniger weiß, wie sich die Situation auf lange Sicht entwickelt. Wir kämpfen auf jeden Fall mit allen Mitteln weiter, damit es unsere Gärtnerei auch noch nach der Corona-Krise gibt!

Wie arbeitet ihr zurzeit?
Da wir nicht nur Geschäftspartner, sondern auch privat ein Paar sind und auch zusammen wohnen, hat sich bei der Kommunikation untereinander nichts verändert. Allerdings hat das auch Nachteile. Wir haben uns z.B. aktiv dazu entschlossen, den Direktverkauf in der Gärtnerei einzuschränken, damit wir so wenig Kundenkontakt wie möglich haben. Denn der Worst Case wäre tatsächlich, wenn sich einer von uns mit dem Virus infiziert. Das würde nämlich bedeuten, dass wir beide direkt in Quarantäne gehen müssten und sich niemand mehr um unsere Pflanzen kümmern könnte. Auch unsere Produktion würde dann komplett still stehen.

Insgesamt ist unsere Arbeit momentan allerdings doch etwas bürolastiger als sonst. Das liegt zum einen daran, dass der Onlineshop natürlich betreut werden und zum anderen, dass viel Papierkram für Anträge u.ä. erledigt werden muss. Wir sind aber (zum Glück !) auch regelmäßig in der Gärtnerei, um unsere Pflanzenbestände zu pflegen und neue Pflanzen heran zu ziehen. Das entspannt ein wenig, zumindest für ein paar Stunden.

Interviews mit den Gründungsteams “Bunkerpilze” und “STRAFFR” zum Umgang mit der aktuellen Krise findet ihr auf dem Gründerblog

Interviews mit den Unternehmen im Science Park “eoda”, “fino” und “Topo Twin” zum Umgang mit der aktuellen Krise findet ihr auf der Website des Science Park Kassel.

Katharina und Konstantin haben 2013 am UNIKAT-Ideenwettbewerb teilgenommen und den 3. Preis gewonnen. Einen Beitrag über das Team findet ihr auch auf der UNIKAT-Website.

2 Gedanken zu „K&K Stauden: “Fokussiert euch! Konzentriert euch auf die Dinge, die euch momentan weiterhelfen!”“

  1. Hallo, Katharina,
    Salbei-Tee ist mir bekannt. Ich habe einen großen Salbeistrauch im Garten. Könnte man daraus auch Salbei-Marmelade oder Gelee machen ?
    Viele Grüße Ursula

    1. Hallo Ursula,
      wir haben noch keine Erfahrungen mit Salbei-Marmelade oder Gelee sammeln können. Aber ich kann mir vorstellen, dass man klassischen Gewürz-Salbei gut mit fruchtigen Noten kombinieren kann. Man muss nur etwas aufpassen, dass der Salbei nicht zu dominant wird.
      Was sicherlich auch gut passen würde ist Fruchtsalbei. Da gibt es z.B. Ananas-, Orange- oder Honigmelonen-Salbei.
      Weitere Infos zu den verschiedenen Salbeiarten/-sorten findest du auch auf unserer Webseite: kk-stauden.de
      Bei weiteren Fragen, kannst du uns auch gern eine Mail schreiben: info@kk-stauden.de
      Viele Grüße, Katharina

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