Weidezaunroboter – Gewinnerteam des UNIKAT Ideenwettbewerbs 2025

Hannah Graef und Carsten Bruckhaus, das Gewinnerteam aus dem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften im Interview.

Wer seid ihr und was ist eure Idee?

Wir sind Carsten Bruckhaus und Hannah Graef, beide Doktoranden an der Agrartechnik der Uni Kassel in Witzenhausen. Wir haben beide Landwirtschaft studiert mit unterschiedlichen Schwerpunkten und ergänzen uns einfach gut. 
Mit unserer Idee, dem Weidezaunroboter, wollen wir Landwirten eine extrem harte, unangenehme und zeitraubende Arbeit abnehmen: das Freimähen von Weidezäunen. Die Zäune müssen nämlich regelmäßig frei gemäht werden, sonst wird der Strom abgeleitet und die Tiere sind nicht nur schneller mal weg, sondern Wölfe können auch leichter eindringen.  Die meisten Landwirte mähen ihre Zäune noch von Hand, bzw. mit Freischneidern, weil man mit dem Traktor gar nicht überall hin kommt. Das ist nicht nur ein richtig unangenehmer Knochenjob, sondern es dauert auch sehr lange und ist dadurch echt teuer. Und auch der Fachkräftemangel macht sich  bemerkbar, denn Betrieben fehlen zunehmend ganz einfach Arbeitskräfte, die solche Arbeiten überhaupt machen können und wollen. 
Unser Weidezaunroboter kann den Zaun vollautonom entlangfahren, währenddessen darunter mähen und den Zaun auf Störungen kontrollieren – also eine große Arbeitserleichterung und ein zuverlässig verfügbarer Mitarbeiter auch in Zeiten des Arbeitskraftmangels.

Was hat euch motiviert eure Idee beim UNIKAT-Ideenwettbewerb einzureichen?

Die Begeisterung potentieller Kunden. Wir waren mit dem Roboter auf der Agritechnica und hier gab es so viele Landwirte, die die Idee super fanden und tatsächlich teilweise schon an einen Kauf dachten – obwohl der Roboter noch lange nicht so weit war. Und so verhielt es sich jedes Mal, wenn wir mit dem Roboter in der Öffentlichkeit unterwegs waren – ein deutliches Signal für uns, dass der Markt für dieses Produkt vorhanden ist und somit gute Chancen für ein StartUp.

Jurysitzung und Preisverleihung – wie war’s?

Aufregend. Wir hatten unsere Mitbewerber ja zuvor kennengelernt und auch deren Ideen – und es waren echt viele verdammt gute Ideen dabei. Daher sind wir mit der Einstellung rangegangen, dass wir einfach unser Bestes geben – und waren dann natürlich ziemlich euphorisch, als wir dann tatsächlich gewonnen haben!

Nach der Preisverleihung gab es noch ein geselliges Beisammensein, bei denen wir mit vielen hilfreichen Kontakten in Austausch gekommen sind.

Was kam danach?

Kontakte und Medien.
Wir sind in einem Artikel in der lokalen Zeitung erschienen und auf Social Media. Dafür haben wir auch Fotoshootings direkt nach der Preisverleihung gemacht und mit dem Journalisten bei uns mit dem Roboter.

Und natürlich sind wir gerade dabei den Roboter weiter zur Marktreife zu bringen in einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit vielen Partnern. Und hier wird der „UNIKAT“-Preis natürlich toll auf unserer Website aussehen – schon allein wegen des Namens.

Wem würdet ihr empfehlen sich zu bewerben?

Allen, die überzeugt von ihrer Idee sind und diese weiter voranbringen wollen – vor allem, wenn es einem leicht fällt gute Antworten auf die Fragen der einzureichenden Ideenskizze zu finden. Denn dann hat die Idee ja gute Grundvoraussetzungen (Nutzen, Markt, eigene Kompetenzen, …) und kommt sicher auch überzeugender rüber bei der Jury.

Aber auch wenn es einem nicht leicht fällt oder man sich unsicher ist, lohnt es sich: Das Feedback zur Ideenskizze ist mega wertvolles Feedback – ganz unabhängig davon, ob man gewinnt. Daher kann man bei einer Bewerbung eigentlich nur gewinnen.

Die Fragen stellte Michelle Haupt.
Fotos: Fiona Körner

Mehr Infos zum UNIKAT Ideenwettbewerb unter:
https://www.uni-kassel.de/einrichtung/ukt/unikat-von-der-idee-zur-gruendung/unikat-ideenwettbewerb.html